Markus

Ein nicht unbeträchtlicher Teil seiner schlechten Laune war bei Markus darauf zurückzuführen, dass er sich bevorzugt mit dem Auto bewegte. Ständig kam es ihm vor, als ob er stünde, an Ampeln, hinter Straßenbahnen, im Stau. Er, der Dynamik verkörperte! Wenigstens gelang es ihm, sich das Leben der Radfahrer vor ihm als unbedeutend und klein einzureden. Ein weiterer Grund lag in seinem Haus am Stadtrand. Sein halbes Leben fuhr er täglich eine Stunde vom Haus auf Arbeit und am Abend wieder zurück. Nur dass es dann fast doppelt so lange dauerte. Es waren ein beeindruckendes Auto und ein beeindruckendes Haus. In der Gegend, wo Markus wohnte, standen ausschließlich beeindruckende Häuser und beeindruckende Autos. Wenigstens in seiner Judogruppe gab es ein paar, die ihn beneideten.
Drei Stunden verbrachte er pro Tag so. In ein paar Wochen würden es vierundzwanzig Jahre sein. Drei Jahre davon saß er ununterbrochen im Auto, schoss es ihm durch den Sinn. Er hatte selten Lust auf solche Rechenaufgaben, aber gerade fiel es ihm wie Schuppen von den Augen: Wenn er von vierundzwanzig Stunden drei im Auto saß, war das ohne Weiteres auf die Jahre seiner Dienstzeit zu übertragen. Aufgeregt rutschte er auf seinem Autositz hin und her, richtete den Oberkörper auf und sein Blick verlor sich. Ach nee, die Wochenenden und der Urlaub. Plötzlich ärgerte es ihn, dass sein Geistesblitz nicht heller leuchtete.

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